Das letzte Abendmahl

Waschen waschen waschen trocknen gefrieren trocknen, in Plastiksäcken luftdicht isolieren, ins Auto stapeln. Wieder waschen waschen trocknen gefrieren. Im Waschsalon werde ich schon freundlichst gegrüßt, ich kenne mittlerweile die einzelnen Waschtage der Kunden. Werde mit „bis bald“ verabschiedet. Ich liebe es dort! Riesige Waschmaschinen, riesige Trockner, es ist ein Schlaraffenland des Waschens! Es gibt einen Snackautomaten, einen Fernseher, nette Menschen, alles da, was man braucht.Waschen trocknen trocknen gefrieren. Puppen, Schmetterlinge, Affen, Kühe, alles kommt in den Schrank des Frosttodes. Jeder Floh, der den Tod im Spüliwasser findet, wird zeremoniell gefeiert. Das HOCHgiftige Stechmückengift ist gar wunderbar. Die Stunden und Taten werden glücklich rückwärts gezählt: noch 26 Stunden, das war das letzte Mal Brot backen, das vorletzte Mal duschen, nur noch eine Nacht. Alle Bilder sind abgehangen und entsorgt, ebenso das Hickelhäuschen vom Boden gepiddelt. Jetzt kommt’s nämlich: Morgen ist dafür keine Zeit, weil wir die Betten und Handtücher waschen, die Betten beziehen und alles wieder so hinterlassen sollen, wie wir es vorgefunden haben. 

!!!???!!!

Wutanfall, Migräne oder hysterisches Lachen? Egal. Alles egal. Ich will diese Pest übertragende Vogelscheuche nicht mehr sehen und nicht mehr sprechen, es ist schlichtweg nicht dienlich zu meinem Seelenheil und meine flohfreigefrorene Kleidung. Außerdem stinkt sie wie ein verrottendes Moor (und ich habe ja eine nichts riechende Nase, ich möchte gar nicht wissen, wie die Menschen in der Supermarktschlange hinter ihr leiden). Und ich will ihr gar keine Chance geben, dass sie sagt „Ohhhh sorry, das kommt hier in der Gegend schonmal vor, Kammerjäger und dann ist alles in Ordnung.“ Ist aber eh unwahrscheinlich. Der Schimmel in der Bettwäsche wurde gar nicht kommentiert. Die Mäuse-AA auf dem Tisch waren ja auch nur „Körner“. Diesen Tisch haben wir die erste Woche komplett gemieden, jetzt ist es die einzige vermeintlich erhabene Flohschutzburg, auf der alles gemacht wird: gegessen, gewickelt, Wäsche gelagert. Ein so schöner Tisch, das schönste Möbelstück hier.  

Eben haben wir freudig erregt unser letztes Abendmahl zu uns genommen, bevor es dann direkt und ohne Umweg Richtung Himmel geht!

Morgen schweben wir weiß gekleidet ans Licht und bestaunen leuchtende Engel am Straßenrand, die uns den Weg aus dem dunklen Loch mit einem klaren hellen Aaaahaaaaaa besingen. Das ist doch herrlich!!!

Erzähl´s weiter!

0 Gedanken zu “Das letzte Abendmahl

    1. Geile Idee! Ich würde ja auch gerne mal ein Foto machen, dann müsste ich wiederum aber in ihre Nähe… Pfui. Ihr Bild im Internet ist ein Fake, das ist die in den 70er Jahren mit frisch vom Friseur gelegten Haaren.

Na?! Was sagst Du dazu? Hau rein in die Tasten!

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