Fütterungszeit

Mittlerweile zählen meine Füße allein 21 Mückenstiche, teils sogar zwischen den Zehen. Ich weiß gar nicht mehr, welche Schuhe ich anziehen soll, ohne völligst wahnsinnig zu werden. Die Ausgeburt dieses Höllenlochs hat sich da was ganz Feines für mich überlegt. Nach der Wanderung um den Lake Chabot hat die Socke an meinen nässenden, aufgeriebenen Mückenstichen festgeklebt. Ganz wunderbare neue Erfahrungen. Meine Kurzrecherche bei Freunden im kalifornischen Staate ergab: Es gibt hier eigentlich keine Mücken und wenn, dann werden die von den Fliegengittern an den Fenstern abgehalten. Fliegengitter?! Ja die dienen hier aber dem „Nicht-ausbrechen-können“ v.a. von Menschen, die als Zombie- und Insektenfutter gehalten werden und nicht dem Abhalten von irgendwelchem Viehzeugs. Ameisen sind auch wieder eingezogen. Alle Spinnen lasse ich hier ja großzügig am Leben, in der Hoffnung, dass die hier mal ordentlich alles Auffressen, was mich quält. Der Feind deines Feindes ist dein Freund! Kaufe ich mir nun ein Moskitonetz oder vielleicht doch besser gleich ein Zelt, dass ich hier in dem Mäuserattenknastloch aufschlage. Familie rein, Reißverschluss zu, Insekten – ist mir auch völlig egal ob Stechmücken, Flöhe oder Ameisen – draußen. Das wäre direkt eine Investition in unsere Ausflüge, da ein Moskitonetz normalerweise hier ja überflüssig ist – sagt man.
Jeden morgen sitze ich nun beim Kaffee trinken mit dem elektrischen Heizstift namens Bite Away da und verstümmele mich. Da drückst du auf einen Knopf, setzt die Spitze auf den Mückenstich und dann wird das Folterwerkzeug 50 Grad heiß. Soll den bestialischen Juckreiz wegzaubern. Moderne Verstümmelung für 27€. Bei hießigen Mückenstichen nützen diese Verbrennungen leider nur für ca. einen halben Tag etwas. Warum soll es auch funktionieren, wenn Antibrumm, das selbst im tropischen Thailand alles von mir abgehalten hat, hier nicht funktioniert. Zum Abendessen und zum nächsten Frühstück packe ich entsprechend wieder das Folterwerkzeug raus und setze es jeweils 21-mal an. Freudenschreie entfleuchen mir bei punktuellen 50 Grad zwischen den Zehen.
Ich habe noch 100 Dollar auf der Costco Karte geladen. Um 10 Uhr öffnet Costco. Da versuche ich jetzt etwas zu finden und wenn ich uns alle vergifte – die Mücken sind dann auch tot.

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0 Gedanken zu “Fütterungszeit

  1. Kann das sein, dass in der Population Deines Insektariums auch Sandflöhe leben? Die haben Papa im Urlaub auch immer arg zerstochen und kommen gerne wenn abends am Strand die Sonne so langsam weggeht und fallen über ihre potentiellen Opfer, also die Vons her.

  2. Papa hat mehrere Stiche von was auch immer in den Kniekehlen und sonst noch an den Beinen. Der geht auch sls Insektenfutter durch. Sind die Kinder und Reiner auch so gepeinigt?

  3. Ohwei aber hilft es denn ein bisschen das teufelsgerät?

    Und bist du noch keinen der giftigen Spinnen übern weg gelaufen? In californien gibt es 2 Arten die giftig sind.

  4. Mir war gar nicht klar, dass Du eine masochistische Ader hast, aber mal im Ernst, das ist ja einfach nur furchtbar. Das schlägt ja Zeltlager mit 30 Zecken um Längen.

Na?! Was sagst Du dazu? Hau rein in die Tasten!

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