Glücklichkeitsmomente

Unser Stammspielplatz wurde einen Tag lang gesperrt und alles frisch gestrichen – da ist hier nicht tage- oder wochenlang eine Baustelle! Ein Tag, Zack, alles fertig. Malea nach dem Storytelling in der Bibliothek entsprechend traurig, dass wir nicht mit unseren geliebten Nannies auf dem Spielplatz abhängen. Zum Kraft tanken und da ich mich nun vollstens an Geld ausgeben gewöhnt und mit Konsum angefreundet habe, gehe ich mir, zusammen mit einer neu kennen gelernten Deutsch-Amerikanerin und deren Tochter, einen Coffee to Go holen. Da Reiner aus Versehen mein Portemonnaie mitgenommen hat – ich habe nach wie vor keine Handtasche, wir teilen uns einen Rucksack, die Einkaufstüte habe ich im dunklen Loch bei den Flöhen gelassen – bin ich ohne wirkliches Geld unterwegs.Praktisch, dass ich noch die sprudelnden Quarters habe und Malea Münzgeld am Strand neulich gefunden hat. So bekomme ich einen Kaffee und Malea einen Scone, so ein dicker Cookie quasi. Die Mädels wissen sich zu helfen. Erster Glücklichkeitsmoment für uns beide!Dann spaziere ich mit Malea zur Oaklander Feuerwehr. Ein Feuerwehrmann begrüßt uns freundlich, wir plaudern etwas, Malea darf sich das riesengroße Feuerwehrauto anschauen! Mit riesengroßen staunenden Rehaugen. Boaaa! Feuerwehr! Tatütataaa! Mamaaa! Feuerweeeehr! Malea bekommt ihren eigenen Feuerwehrhelm geschenkt! Sie ist komplett aus dem Häuschen. Der Feuerwehrmann dann auch und kramt nochmal im Schrank herum. Eine gelb-rote Plastiktüte mit Stift, Taschenlampe und Feuerwehrausmalblättern wird herausgezaubert. Alles Maleas neue Heiligtümer. Selbst die Plastktüte ist ihr Schatz.

Zweiter Glücklichkeitsmoment für uns beide:

Dann fahren wir kurz noch Backpulver kaufen, ich möchte noch fix die Cupcakes für’s Potluck backen. Die 69 Pennies kann ich mit meinem Rest an Münzgeld gerade noch so zusammenkratzen. Beim Rausgehen braust ein fescher sonnenbrauner und muskulöser – das konnte ich gut sehen, er war ohne T-Shirt – Mann auf seinem Fahrrad an mich ran. Drückt mir eine Visitenkarte in die Hand, er erzählt irgendetwas von Spiritualität und Veränderung. Ich weiß es nicht, mich hat die Sonne geblendet oder vielleicht sein inneres Leuchten. Dann braust er auch schon wieder weiter, spricht sonst niemanden an oder war er überhaupt da? Verschwunden ist er jedenfalls. Ich studiere die Visitenkarte, buddhistisches Zentrum usw.. Fasziniert stelle ich wieder fest, stets werde ich von Buddhisten angesprochen – Mönche, Lamas, Nonnen (schon in Leipzig, aber auch in Südkorea oder Thailand), ich bekomme Segensbändchen geschenkt, mein Schwangerenbauch wurde damals gesegnet. Meistens sehen meine buddhistischen Begegnungen verblüffend gut aus, sind enorm sportlich oder sind mindestens völligst im Seelengleichgewicht und beeindrucken umso mehr. Wie kommt das bloß?! Es ist jedenfalls immer schön. Mein dritter Glücklichkeitsmoment.

Und es war erst 16 Uhr! Mein bevorstehendes Potluck hatte noch gar nicht angefangen und mein toller Mann war noch gar nicht zu Hause. Da ich zwischen zwei schnaufend-schlafenden Kindern allerdings gerade eingequetscht werde und die Handyhaltehand einschläft, kommt hier der Cliffhanger: vom Potluck berichte ich noch, also dranbleiben – nur soviel an dieser Stelle, es waren tatsächlich jede Menge Mamas, Papas und Kinder da.

Erzähl´s weiter!

0 Gedanken zu “Glücklichkeitsmomente

  1. echt spannend! Irgendwie scheinen die Friedhöfe für die Familie v.Schwartzenberg ein Begleiter zu sein, denn dein Vater und ich sind ja auch direkt neben einem Friedhof aufgewachsen und der diente uns damals als Spielplatz!
    Susa ich wünsche dir mit deinen beiden Kindern eine ganz tolle Zeit in Amerika und besonders mit Maja und Familie 🙂 🙂 Ich beneide dich !!!!

  2. muss Dich schwer beeindruckt haben, Du hast es nämlich bereits geschrieben. Zitat wörtlich „das konnte ich gut sehen, er war ohne T-Shirt“

Na?! Was sagst Du dazu? Hau rein in die Tasten!

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