Kinder, Katzen, Ka…ramell

Bevor ich Kinder hatte, und dies gilt als Information besonders für die, die noch keine Kinder haben, wurde mir vieles Unverständliche erzählt: schlaflose Nächte, Trotzalter und nahtloser Übergang zur Pubertät, Freizeit im Zoo oder beim Kinderarzt und nicht mehr im Kino oder im Club usw. usw.. Dafür jede Menge Spaß, Rutschen, Schaukeln, Dinosauriergebrüll zum Aufstehen, Marienkäfer und Löwenzahn wieder wahrnehmen und dergleichen Unterhaltsames. Was allerdings völligst ausgespart wird, sind die alltäglichen olfaktorischen Erlebnisse.

Ich bin mit einer selektiven Nase gesegnet. Menschen mit Knobi-Atmen riechen für mich neutral, schwitziger U-Bahn-Dunst ist für mich einfach nur ein wenig Sauerstoffmangel, die Rose auf dem Tisch beim Straßencafé rieche ich aber bereits im Vorbeigehen. Fantastisch was? Dieses selektive Riechen funktioniert bei mir schon immer, seit Anbeginn meiner Zeitrechnung. Gutes nehme ich wahr, Doofes blende ich komplett aus und existiert einfach nicht. Ich dachte sehr lange, ich hätte einfach ein schlecht ausgebildetes Schnüffelorgan, stimmt aber nicht. Auch hauchzarte Gerüche, wenn sie toll sind, rieche ich ja. Ich weiß auch nicht, wie das funktioniert. Falls ich dazu irgendwann eine Eingebung habe, werde ich dazu Workshops anbieten und mir das Konzept patentieren lassen. Termine zu den Workshops werden dann hier veröffentlicht.

Leider funktioniert mein selektives Schnüffelorgan nicht immer. Jetzt neu entdeckt: bei Kinderkacke auf Arbeitshöhe klappt es nicht. Normalerweise habe ich stets nur so getan: Ich hebe das Kind hoch und rieche am Hosenboden, ob sich darin eine Bombe versteckt. In der Öffentlichkeit macht man das so. Ich muss im Anschluss immer Hosen, Strumpfhosen etc. zur Seite schieben und gucken. Meine Riechprobe ist nur fake. Seit Kurzem funktioniert diese selektive Wahrnehmung nicht mehr bei geöffnetem Windelinhalt, auch das ist mir unerklärlich, dabei wäre es so wunderbar. Allmorgendlich nach dem Frühstück trifft mich nach Windeldonner eins von Kind 1 der Schlag. Seitdem Kind 2 der Milchbreizeit entwachsen und bevorzugt Leberwurstbrot verspeist, trifft mich morgens nun zweimal der Schlag. Der olle Wickeltisch auch schön auf Arbeitshöhe, leider auch auf Schnüffelorganhöhe – ich kann es kaum ertragen. Im gleichen Zuge hatten meine Katzen neulich aufgrund der Verspeisung sämtlicher zu Boden gepurzelter Kinderessensreste Durchfall. Dieses Geruchsspektakel am Morgen spielte sich innerhalb von zehn Minuten ab. Auf nüchternen Magen, mir trieb es fast die Tränen in die Augen, Würgreiz und nahende Ohnmacht inklusive. Aktuelle Maßnahme: Alle Anwohner dieser Behausung werden nun akut darin trainiert, das Klo zu benutzen, das Fenster zu öffnen und Raumspray zu benutzen. Einschließlich der Katzen.

Liebe noch nicht Eltern, bereitet euch irgendwie vor: Das, was aus Kindern rauskommt, sich gelegentlich bis zum Nacken hochquetscht, mindestens aber bis in die Kniekehlen kriecht, ist kein Karamell und es ist auch nicht niedlich. Im Gegenzug ist immer jemand da, auf den man es schieben kann, wenn man in der Supermarktschlange gepupst hat.

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