Mein erster Praktikant, das Unternehmen wächst rasant!

Das bekommt hier langsam aber sicher einen richtigen Drive! Agenturanfragen noch und nöcher, Awards krieg ich hinterhergeschmissen, ich kann sie gar nicht mehr tragen, Autogrammkarten, die ich schreiben muss, Oberarme, wo ich mit meinen ungeschminkten Strichlippen einen Kussmund draufdrücken soll. Das mach ich natürlich gerne, klar. Naja mit Klicks, über Zahlen brauchen wir nicht reden, man verrät als Dame schließlich auch nicht das Alter. Die soft skills sind es: Nicht alles, dass mir Jungs ihre Boxer Shorts auf den Balkon schmeißen und mit der Gitarre Ständchen singend darunter stehen. Famous famous famous, ich kann kaum noch schlafen vor lauter Unternehmertum.

Das Unternehmen Blog mit all seinen verschiedenen Abteilungen ist durchaus ein monströser Apparat: Headlinetexter, Fotografen (die aber bisher noch nichts taugen, sie verstehen das Prinzip nicht, dass ich als Bloggerin Hauptakteurin bin und Fotos von mir gemacht werden müssen und nicht nur von Möhren aus dieser und aus jener Perspektive), die Sales Abteilung, das Marketing, Grafikdesigner, Dekorateure, die Maske und die Redaktion mit eigener zusätzlicher Abteilung Investigativejournalisten. Und da die Fotoabteilung nur mäßig taugt, habe ich eine Stellenausschreibung, für deren Unterstützung, gemacht. Ein Praktikant soll her! Die unzähligen eingegangenen Bewerbungen für dieses Erfolgsunternehmen Blog waren schlichtweg gigantisch. Wer alles für mich arbeiten möchte, ich kann es gar nicht glauben. Und die Bewerbungen waren durch die Bank weg so kreativ, so individuell. Ich habe Nachtschichten für die Durchsicht aller Unterlagen eingelegt. Am Ende fiel die Entscheidung.

PraktikantDen Mindestlohn bekommt der Praktiant der Fotoabteilung in Kost und Logis ausgezahlt. Und jetzt pschhhhhht, kein Gegenwind, das ist völlig in Ordnung so und beruht auf beiderseitigem Einvernehmen. Und jetzt kommt mir bloß keiner mit Kinderarbeit! Das ist pure Investition in die Zukunft unseres Landes, in die Bildung an der wichtigsten Stelle, ist Selbstaufgabe für die Jugend, weil ehrlich Leute, Zeit für Azubis habe ICH nun eigentlich wirklich nicht.

Dieser Praktikant hat die allerbesten Chancen unter meinen Fittichen und in diesem Unternehmen Blog eine ganz, ganz große Nummer in der Medienlandschaft Deutschlands, ach was sage ich, der Welt zu werden. Gut, der Praktikant sollte sich vielleicht regelmäßiger die Haare waschen und an der Maniküre lässt sich auch noch feilen. Aber dann ist der Werdegang eine Einbahnstraße zum maximalen Erfolg.

Hier sein erstes Fotowerk, ein spontanes No Makeup Shooting ohne Fitting usw.. Der Praktikant wollte direkt den neuen Trend ausprobieren:Praktikantenwerk

 

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0 Gedanken zu “Mein erster Praktikant, das Unternehmen wächst rasant!

  1. Aus dem Praktikanten wird mal was. Immer schön hätschelt und tätscheln, dass er Dir nicht davon läuft! Gute Praktikanten zu solchen Konditionen sind goldwert!

  2. Pass nur auf, dass Dein Praktikant nicht in die Gewerkschaft eintritt und Sonderzulagen von Schokolade und Gummibärchen durchsetzt

Na?! Was sagst Du dazu? Hau rein in die Tasten!

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