San Francisco wird erobert

yeahhhhhhhh es ist einfach eine so wunderschöne Stadt!!! Erster Stopp: Reiners Labor! Mucksmäuschenstill zwei Kinder in die Uniklinik gebracht. Im Eingangsbereich große Ölgemälde der einstigen Unidirektoren und v.a. die Namen der drei (!!!) Nobelpreisträger aus diesem Haus. Boaaaaa und da ist jetzt auch mein Ehemann. Bin mit Mini an der Hand und Milan sabbernd am Dekolleté fast vor Stolz geplatzt. Dann haben wir uns sogar direkt ins Labor geschmuggelt. Hab beim Durchspurten versucht so viel wie möglich aufzusaugen: Ich hab einen Raum gesehen mit unzähligen alten Kühltruhen. Ein anderer wirklich mit Plexiglaskasten und so riesigen Handschuhen, die von draußen darein führen. Eine Dusche von der Decke mitten auf dem Gang – für die verseuchten Laborärzte in ihrer Schutzkleidung?!?! Dann überall jede Menge Computer. In der Essecke bunte Glitzerpartydeko und ein Gasluftballon mit Betty draufstehend, ein einsamer asiatischer Mann friemelnd an Luftballons. Die Möbel und sonst auch der ganze Look wie in den 80igern, alles eher dunkel, zusammengewürfelt, unordentlich, beengt. Dann in Reiners Raum-Labor-Großraumbüro, unzählige Glasgefäße, Pipetten, viele aneinandergedrängte Schreibpultecken mit Post Its übersät. Reiner hat die letzte Tischeckennische in der Reihe, direkt am Fenster. Und hier wird Geschichte geschrieben! So wird es sein und nicht anders. Und falls nicht, wird es auf jeden Fall ne toll Zeit mit super Aussicht aus dem Fenster. Die Kinder und ich haben dann draußen im Flur gewartet, unauffällig verhalten ging dann auch schon nicht mehr: Malea hat gesungen und Milan wollte erst sofort seinen Milchsnack, um dann ganz amerikanisch einen riesenhaften Monsterwindeldonner zu fabrizieren. Ich wickle auf dem Gang und dann kommt tatsächlich eine echte nerdige Wissenschaftlerin angehumpelt, Asiatin, dunkle Nickelbrille, gebückte Körperhaltung, obwohl vielleicht erst 35, Kopf schief gelegt, eher dicklich – vielleicht die nächste in der Nobelpreisreihe. Ich komme mir jedenfalls in Begleitung eines singenden und eines aa-machenden Kindes, das Ganze mit verrotztem Ausschnitt bei uns dreien, doch zu normal in diesem Gebäude vor.

Wir fahren bounce, bounce über die Berge und bounce, bounce Täler von San Francisco. Cable Cars sehen wir vorbeifahren. Wir Glücksritter finden direkt einen günstigen Parkplatz. Anschließend haben wir das komplette Touri-Programm gemacht. Seehunde gucken auf Pier 39 mit knipsenden Menschenmassen, Karussell, Popcorn, alles da,  inklusive eine komplette Souvenierstadt auf dem Pier. Das hatte plötzlich mehrere Etagen und ich habe mich – allein ohne Navi und navigierendem Ehemann – auf der Suche nach einer Toilette komplett verlaufen und Pipi machen war ich nicht. Sieht doch eh alles gleich aus, wie soll man sich da auch zurecht finden. Würde jedem passieren, ach wie hübsch die Cupcakes im Schaufenster aussehen. Reiner wollte stets hier was schnabulieren und dort eine beer o´clock einläuten, hier Krabben beim legendären soundso und Pommes da – sieht doch so gemütlich aus. Ich sabber, sabber, immer durstig und hungrig wegen mittlerweile wahrscheinlich 7-Kilo-Babybrocken…aber Maja die sparsame Hausfrau packt schön Banane und langweiliges Wasser aus – wir wollen doch eh schlanker werden. Dann schlängeln wir uns schön mit Sonne im Gesicht aus der Tourifalle und marschieren durch diese schöne Stadt und landen im „little italy“-Kiez in einer Wein-Käse-Bar mit gerade Pause machenden Jazzmusikern. Fühlen uns mächtig cool, mit zwei Kindern und in einem angesagten Viertel in San Francisco in einer Bar abzuhängen und zu beobachten, wie die Amis an der Theke flirten. Bevor wir weiterziehen nochmal schnell aufs versiffte und irgendwie putzig gestaltete Klo – ist doch am Ende alles wie in Berlin. Zum Schluss durfte ich den leckersten jemals gesehenen Riesenkeks, cookie genannt, essen. Aus einem Supermarkt, mit Smarties, aus einer großen Plastikkiste – jetzt kommen wir der Sache schon näher, warum man in Amerika dick wird. Ich stelle lieber jetzt ein Profilfoto rein und nicht erst in drei Monaten. Dann esse ich direkt noch zwei Cookies.

0 Gedanken zu “San Francisco wird erobert

  1. eure Kinder werden sich später über die hervorragende Reiseberichterstattung freuen! Im Moment ist es SCHADE, dass sie noch so klein sind – oder auch nicht! Mach viele Fotos, so dass die Erlebnisse noch bildhafter werden. Einfach schön zu lesen! Es werden noch spannende Monate werden

  2. Freue mich jeden morgen auf Eure Reisebeschreibung. Maja, du kannst einfach toll schreiben. Was ich Dir nach sagen wollte, sammle alle Belege, die Du hast, man weiss ja nie, wie man doch hier oder da nachträglich etwas absetzen kann und dann ärgert man sich, wenn mann einen beträchtlich hohen Beleg schnöde liegen gelassen hat. Wollt Ihr eigentlich Euer Schnäppchen-Auto mit nach Berlin nehmen, habe gehört, dass das gar nicht so teuer sein soll. In San Francisco in den Container und in Hamburg am Hafen abholen. Ich glaube, man muss ihn ein bisschen umbauen lassen.

Na?! Was sagst Du dazu? Hau rein in die Tasten!

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