Schreckliche Dinge passieren

Schreckliche Dinge passieren überall, jeden Tag, im Kleinen wie im Großen. Tragische Familiengeschichten, Schicksalsschläge, unerwartet und mit voller Wucht. Alles ist kaputt und tot. Einfach komplett kaputt. Erst bin ich sprachlos, dann schießt panische Tränenflut einfach ungebremst aus den Augen, einfach so beim Kochen. Dann schaue ich meine Kinder an – warum habe ich mich eben nochmal aufgeregt? Weil mein Sohn den 150. Wutanfall für heute bekommen hat und ich Schwierigkeiten hatte, mich auf´s Auto fahren zu konzentrieren?

Schneidendes Schicksal.

Das sind alles solche Kleinigkeiten. In meiner rosa Seifenblasenwelt kann ich das Tragische, das ständig wieder, mal mehr mal weniger heftig um mich rum passiert, ausblenden und verdrängen. Darin bin ich eine Meisterin mit Diplom.

Wie furchtbar ist es doch, wenn ein Familienmitglied aus dem Leben gerissen wird? In meiner Vorstellung kann es gerade nichts Schrecklicheres geben. Die Familie bleibt, kleine Kinder bleiben, man selbst bleibt, aber doch ist die Familie keine Einheit mehr, kein Ganzes, nicht mehr rund. Einer fehlt. Für immer. Ein ganz großer Haufen Trauer, Schmerz und Existenzangst, der bleibt. Und dieser Haufen bleibt lang. Das sind keine rosa Seifenblasen und es ist so real. So schneidend real.

Wegpusten, ist gar nicht existent in meinem Leben. Aber leider ist das nicht selbstverständlich, dass ich solch ein rosa Glück habe. Jeden Tag habe ich viele schöne Seifenblasen, wo in anderen Familien sicher keine Seifenblasen mehr sind. Nur in jeder Ecke Erinnerungen, die schneiden und in unendlicher Einsamkeit erstmal nichts Schönes haben.

Dankbarkeit.

Und wertschätze ich mein rosa Leben? Nein! Oft bin ich motzig, genervt, weil ich ja wieder ach so wenig geschlafen oder meine Zeit in der KiTa-Garderobe verplempert habe. Weil jeder nur Massen an Dreckwäsche hinterlässt und keiner aufräumt. So dumm von mir. Einfach nur dumm.

Heute schlafe ich mit ganz viel Dankbarkeit im Herzen ein. Ich nehme mir vor, jeden Augenblick, jeden Moment mit meiner Familie zu genießen und mit Leben und Liebe zu füllen. Keiner weiß, was das Schicksal, wann mit einem vor hat. Ich habe doch unendlich viel Liebe für den Partner, die Kinder, die Freunde, also gebe ich so viel wie es nur geht. Liebe mit Worten, Gesten, in Gedanken und das in möglichst allen Augenblicken.

Alles andere ist im Grunde Zeitverschwendung.

Erzähl´s weiter!

9 Gedanken zu “Schreckliche Dinge passieren

  1. Majalein – die Scharlodde schickt dir multiple <3 <3 <3 Du gute Seele!! Weil jauuuu… Als mein Papa gestorben ist – und das war ja vergleichsweise noch undramatisch und natürlich trotzdem dramatisch, war genau das das Gefühl: Wir als Familie werden nie wieder ganz sein. Und ein Stück weit ist das bis heute so. Und andererseits – der große Dicke (der gar nicht dick war), unser Startenor, die schwäbische Nachtigall, der Zeremonienmeister – irgendwie ist er halt doch immer mit dabei. Und heute muss ich meistens gleichzeitig weinen und lachen, wenn ich an ihn denke. Und meine Schwester Biggi hat es schon inmitten der Trauerphase auf den Punkt gebracht und gesagt, dass wir dankbar sein sollen für die Zeiten, die wir mit ihm hatten, statt die zu betrauern, die wir nicht mehr mit ihm erleben. Egal wie, Dankbarkeit ist SEHR viel wert im Leben. Gerade für die kleinen Dinge. Z.B., dass du eine Kita hast, in der du die Zeit verplempern kannst und deine Familie so viel Wäsche, dass sie dir Berge derselben in verdrecktem Zustand aufhäufen – gibt doch nix Schöneres, oooodaaaa?!?! 😀
    P.S.: Ich hab ne Zeit lang eine "rituelle Treppe der Dankbarkeit" gehabt – immer wenn ich die Stufen zu meinem Bäh-Job emporgeklommen bin, hab ich mir überlegt für was ich dankbar bin in meinem Leben – probier's doch mal aus – ist faszinierend, was dabei rauskommen kann!!!

          1. Lach!!!
            Ist von der Größe des „room“ vermutlich mit Deiner Kindergarten-Garderobe zu vergleichen, inhaltlich aber nicht. Mal sehn, wann Du es einrichten kannst! 😉

  2. Man kann Mitgefühl haben aber man muss nicht Mitleiden. In meiner Familie gab es einige Schicksalschläge, aber man fasst wieder Mut. Danach ist man bescheidener und demütiger und freut sich an den schönen Tagen. Manchmal muss ich mich aber auch daran erinnern wie gut es mir jetzt eigentlich geht.

Na?! Was sagst Du dazu? Hau rein in die Tasten!

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