St. Martin und bunte Skelette zum dia de los muertos

Vorgestern noch mit der deutschen Community auf einem Sankt Martins Laternenumzug mit Gitarren, Weckmännern und Lieder singen gewesen, gestern kurz mal mitten in den mexikanischen dia de los muertos abgetaucht. Das ist Amerika! So vielseitig! St. Martin haben wir in einer deutschen Kita gefeiert. Die Kinder haben die Geschichte nachgespielt, es gab einen recht langen Umzug. Alle hatten leuchtende Laternen. Verschiedene Stationen auf dem Umzug ließen uns anhalten und dann mit Instrument, Text, der auf einem Plakat stand, alle gemeinsam singen. Malea hatte eine Eule aus zwei Papptellern mit mir gebastelt und war mächtig stolz auf ihre mit zwei kleinen Schlüsselanhängertaschenlampen leuchtende Laterne. Ich auch. Weiterlesen

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Besuch ist DAAAAA!!!

Es ist Weihnachten!!!! Sooo herrlich! Mit all den Müllbeuteln, der Sonnencreme, die sich gut verteilen lässt, nicht stinkt und bezahlbar ist, alles von dm, es ist Weihnachten! Eine riesige Flugzeugpicknickdecke! Halloweenschminke, mein Gärkörbchen für das Brot und 24 Pixis von Amazon. Und wir haben für die Adventszeit sogar Lebkuchen, Stollen, Glitzerbackkram, Schnee (!!!!!) und Baumkuchen – MEINE Leibspeise! Meine Freundin das blonde Christkindchen mit Flügeln hat das so aufmerksam zum Geschenk mitgebracht und durch den Zoll geschmuggelt. Hab das Foto gemacht und musste erstmal kurz weinen. Die sind doch spitze oder?!!!!!

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Der Friedhof: Mountain View Cemetery

In Vorbereitung auf Halloween und nach Minkes Empfehlung bin ich heute mit den Kindern auf den Friedhof gefahren. Durch die Erziehung meines Großvaters, der mich und meine Schwester in etwa zehn Jahren einmal wöchentlich, in heißen Wochen auch zweimal wöchentlich (die Blumen müssen gegossen werden und Oma braucht was zu trinken, so meine kindliche Vorstellung) zum Friedhof mitgenommen hat, habe ich ein natürliches neugieriges Interesse an Friedhöfen entwickelt. Hinzu kommt, dass ich zur Grundschule und später ab der 11. Klasse zum Gymnasium auch täglich zweimal über den „alten Friedhof“, eine Art Park mit uralten zerfallenen Grabsteinen, laufen musste. Friedhöfe haben mich meine Kindheit und Jugend begleitet und sind in meinem Verständnis eher ein Schrebergartenersatz ohne Tomaten, Platz für Kletterbäume, Kastanieneinpflanzbeobachtung und Picknickareal.
Von wegen beseelte Ruhe auf dem Friedhof… Hier wird im Akkord Rasen gemäht, gebaggert, mittwochs, also heute, werden alle alten Blumen und deren Vasen eingesammelt. Es wird gejoggt und Auto bis zum Grab gefahren. Hunde werden Gassi geführt, vereinzelt gehen Mamas mit Kinderwägen spazieren. Es ist auch wirklich sehr schön hier.

Eingangsbereich und Autofahrstrecke

Alles, was sich in den Städten zeigt, spiegelt sich auch auf dem amerikanischen Friedhof wieder: multikulti pur! Weiterlesen

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Der Nationalsport wird entdeckt: Baseball

Rosa, hellblaue und gelbe Zuckerwatte, Kakao mit Sprühsahne, Popcorn, Erdnüsse, Corn dog, Chips – das gibt es alles bei unzähligen Bauchladenverkäufern im Stadion der San Francisco Giants. Sie preisen laut durch die Menge rufend ihre Waren an. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hingucken soll. Eine Frau läuft an uns vorbei, ich staune mit großen Augen auf den Becher in Ihrer Hand (nicht vergessen, alles ist ja riesenhaft groß). Reiner fragt nach, was das sei, denn mir hat es die Sprache verschlagen. Ich flippe aus!!! Was sind das denn für Köstlichkeiten! Karamellisiertes Popcorn, dass man vor lauter Karamellzuckerkleber nur mit der oben auf dieser Kalorienbombe drapierten Gabel essen kann. Kalorien für zwei Wochen bzw. für zwei Portionen Stillen für Milan. Der drei Monate alte Milan hat nun die gleiche Windelgröße wie seine zwei Jahre ältere Schwester und heute gierig an der ersten Birne gelutscht – aber das nur am Rande.
Ansonsten wird in Massen Hot Dog gegessen: 
Die Wurst war so scharf, dass ich es kaum essen konnte. Ich wollte jetzt ja aber auch eigentlich karamellisiertes Popcorn anstatt mit Gabel am Besten direkt mit einer Schaufel serviert.

Und es wird in Massen Bier für je 11$ getrunken – Kopfwehbier leider und das merkwürdigerweise nicht riesenhaft groß, normalgroß. Reiner hat heute etwas der Kopf wehgetan. Plörre. Ich hab nur genippt und habe direkt gesagt „Kopfwehplörre“.

Es gab eine Kiss Cam in der Pause! Willkürlich wird ein Paar im Stadion gefilmt und die müssen sich dann küssen. Sehr schön und witzig, v.a. für die prüden Amis.

Aber wozu gibt es überhaupt eine Pause bzw. so viele Pausen? Auf jeden Fall aus rein wirtschaftlichem Zweck: Man steht auf, holt sich noch ein 11$-Bier und eine 9$-Wurst und in der Pause kann Werbung verkauft werden, im Stadion und in der Fernsehübertragung. Super Konzept, schlau, als hätte ich es mir ausgedacht. Weil ganz ehrlich, überanstrengen tut sich beim Baseball kein Spieler, um eine Verschnaufpause zu brauchen. Es ist das mit Abstand langweiligste und langsamste Spiel. Es passiert quasi nichts. Und das über Stunden. Gut vielleicht machen sich die Spieler am Ende wie beim Fußball auch halb nackig, zeigen Tattoos, spannen die Muskeln an – alles unter dem Vorwand des Trikottauschens, ich glaube aber nicht. Wir mussten etwas früher gehen, die Kids waren müde. Ich weiß es also nicht.

Aber alle flippen total aus vor Freude, essen, trinken, konsumieren, kurbeln die Wirtschaft an, warten bis endlich was passiert. Es passiert nix, also kann man Nüsschen knabbern. Dann uiuiui trifft der Kerl den Ball und haut ihn weg, es wird kurz ohhhhhhh gerufen, applaudiert, aber nur kurz und weiter geht der Konsum. Fantastischer Nationalsport! So wird Geld verdient, genial. Und es macht so Spaß! Ich find es großartig, ein sehr aufregendes majaentdecktamerika-Erlebnis. Ich hab Blut geleckt und will noch mindestens zu Football und Basketball.

(Auf der Golden Gate Bridge war ich ja immer noch nicht. Ich rolle das Feld von hinten auf)

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